Artlens oder warum Eigenlob nicht immer stinkt sondern manchmal auch stimmt

Artlens oder warum Eigenlob nicht immer stinkt sondern manchmal auch stimmt

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Ich gehöre zu der Generation über 50 und habe viele Menschen getroffen, die mir viel erzählt haben. Bei der Frage von Erfolg und sozialer Anerkennung bemerkte ich immer wieder, daß es letztlich nicht auf Können sondern auf Kennen ankommt.

Da ich nicht diejenigen kannte, die mir Geld und Anerkennung verschaffen konnten, suchte ich zunächst mein Glück in sog. Gemeinschaften, heute Communities. Aber auch dort war es ähnlich. Soziale Anerkennung bekam ich nur, wenn ich zunächst Geld bezahlte, um dann nach intransparenten Regeln erleben zu müssen, daß es auch da auf nicht fotografische Kriterien ankam. Ein eigener Kopf wurde selten bis nie positiv sanktioniert.

Da Fotografie bei mir als reales Mittel zur Dokumentation echter sozialer Situationen diente und ich deshalb vom Text zum Bild wechselte, um Wirklichkeit festzuhalten, fand ich gottseidank die Lehrmeister, die mir die Richtung wiesen. Allen voran Henri Cartier-Bresson.

Gezwungen durch digitale Zeiten und neue Bedingungen entwickelte ich für meine Fotopraxis seine Art zu sehen und zu fotografieren weiter, weil ich dies zum Dokumentieren brauchte. Daraus entstand dann meine Art zu sehen und zu fotografieren.

Dazu habe ich vielfältig über viele Jahre Fotos und Texte publiziert als Reflexion und Praxisversuche.

Für mich wesentlich sind bis heute fünf Kriterien für gute Straßenfotografie bzw. Streetfotografie.

Und wenn ich selbst es schaffe, meine Regeln in der Fotopraxis umzusetzen, dann kann ich mich auch loben.

Vielleicht mag dem einen oder anderen LeserIn dieser Text weltfremd erscheinen in einer Zeit in der sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit besonders weit verbreitet ist und digital neue Dimensionen erreicht.

Aber für mich ist dieser Text wichtig, weil ich ihn jetzt erst ohne schlechtes Gewissen mit einem klaren Blick und echter Kenntnis schreiben kann. Ich bin jetzt soweit, daß ich mir dabei dauerhaft sicher bin bei der Beurteilung von mir und anderen.

Deshalb habe ich mich auch entschlossen, diese Zeilen nun zu publizieren, weil ich das heute erstmals auch so direkt angewandt habe.

Ich finde es bemerkenswert, daß ich mich gerade durch die Anwendung dieser Kriterien bei der Bildgestaltung sicher fühle, wenn ich fotografiere.

Und deshalb sind diese Zeilen ein Genuß!

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