Nostalgisch negativ

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Das könnte ein Programm sein, um die Welt zu sehen.

In diesem Artikel geht es aber um die neue Filmsimulation „Nostalgic negative“ von Fuji.

Ich bin darauf gestossen, weil es auf dpreview ein neues Video gibt, in dem die Autoren ihre besten Fuji Filmsimulationen vorstellen.

Diese Simulationen gibt es – ein Schelm wer Böses dabei denkt – fast alle offenbar nur in den neusten Digitalkameras…

Ich begab mich also bei google auf die Spurensuche und wurde fündig:

„Fujifilm stated that the Nostalgic Negative film simulation is based on “American New Color” photography of the 1970’s. They studied photographs by William Eggleston, Stephen Shore, Joel Sternfeld and Richard Misrach in order to create it. Eggleston and Sternfeld largely shot on Kodachrome—II and X in the early 1970’s, 25 and 64 in the late ’70’s—while Shore shot mostly Kodacolor, and Misrach shot a lot of Vericolor. All of those are Kodak films, but with different aesthetics. These four photographers had different styles and different darkroom processes, and they each had a unique look; the commonality that Fujifilm found was an “overall atmosphere based on amber.” That’s a basic explanation of what Nostalgic Negative is.“

Fuji hat also alle Filme ästhetisch „gemixt“ und daraus was Neues gemacht?

Wie das Ergebnis aussieht, können wir z.B. auf cliftoncameras inklusive Pixelpeeping sehen.

Das ist deshalb so interessant, weil dort die Mittelformatkamera GFX 100s  für Streetfotografie eingesetzt wurde und so „echte“ Fotos entstanden sind.

Und was wir sehen, holt dies alles auf den Boden der Tatsachen zurück.

Die Bildanmutung Nostalgic Negative kann man wohl so gut wie mit allen Digitalkameras machen.

Es gibt so wenig einen Leica-Look wie es nun einen Fuji-Look gibt.

Aber es gibt eine Fuji Nostalgic Negative Filmsimulation, die echt versucht, viele große Namen der amerikanischen Farbfotografie zu mixen.

Das ist das Marketing. welches ich von Leica kenne, um die sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie neu einzusetzen und große Namen mit hohen Preisen zu verknüpfen. Im Kopf schwirrt dann vielleicht der Gedanke ich fotografiere so wie Shore, Eggleston etc. ….

Wir haben ja gelernt, daß wir uns unsere sozialen Rollen herbeikonsumieren. Wenn es so ist, dann ist hier ein neuer Versuch, dies umzusetzen.

Man kann natürlich auch anders vorgehen und seinen Fotos einfach eine analoge Filmsimulation geben durch richtig gute Software.

Freiheit bei Filmsimulationen ist nämlich nicht mehr auf eine Kamera festgelegt.

Nachfolgend sehen Sie ein Foto, erst unbearbeitet (Canon Powershot G5x) und dann als Kodachrome II Filmsimulation  1962-1974:

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und nun noch aus der RAW Datei mit dieser Simulation entwickelt:

Alternativ noch ein anderes Motiv, erst direkt aus der Kamera (Panasonic Lumix TZ71) und dann wieder mit der Kodachrome II Filmsimulation:

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Man hätte alle Fotos noch nachschärfen können, um die Bildwirkung zu verbessern, zumal das letze Foto mit 720mm Brennweite aufgenommen wurde. Aber so geht es auch und das, was ich zeigen wollte, wird gut sichtbar.

Denn es handelt sich ja beim Nostalgic Negative nicht um einen analoge Filmsimulation (die setzt einen analogen Film voraus), sondern um eine digitale Kreation auf der Grundlage analoger Filme der damaligen Zeit, eben einen digitalen Look.

Fuji sollte diesen Look bis runter zur ersten Fuji X100 allen Digitalkameras als Firmware Update spendieren als Anerkennung der Treue ihrer Kunden.

Dann wird etwas Besonderes daraus.

 

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