Die Meister der Miniaturisierung – zwischen Leica M und Lumix M

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Leica war der Meister der Miniaturisierung im Bereich der Kleinbildfotografie im 20. Jhrdt. und Panasonic Lumix ist der Meister der Miniaturisierung bei Digitalkameras in der Sensorfotografie bei MFT und drunter.

Und das Gute dabei ist, daß beide sich dabei zusammengeschlossen haben und dabei die Digitalkameras entstanden sind, die bis heute Freude machen.

Ich erinnere nur an die heimliche Geliebte vieler Fotoreporter, die Lumix DMC-LF1.

Aber es gab schon vorher genügend andere, die allesamt immer in einer Leica-Version mit anderem Design und kleinen Modifizierungen dann auch erschienen sind.

Dabei muß man wirklich sagen, daß die jeweils anders designte hochpreisige Leica Kompaktkamera weltweit die einzige Möglichkeit war und ist, die Zeremonie des Reichtums als soziale Gebrauchsweise  auf diesem Gebiet umzusetzen. Es geht zwar „nur“ um einige hundert Euro, aber man kann dadurch zeigen, daß man eben die teurere Variante nimmt.

Panasonic und Leica haben in dieser Kooperation alles richtig gemacht. Was Sie nicht wissen konnten, war etwas anderes:

„Oder auch umgekehrt, wir kommen zu spät mit den Dingen; da nämlich, wo es sich um Leistungen, oder Produktionen handelt: der Geschmack der Zeit hat sich geändert…“

Was Arthur Schopenhauer hier aufgeschrieben hat, trifft auf die Begegnung zwischen Digitalkamera und Smartphone zu.

Da hatten Leica und Lumix die schönsten kleinen Digitalkameras kreiert und dann kommt das Smartphone mit noch kleineren Kameramodulen und eingebautem Computer und übernimmt per Software und „Funk“ die Führung, weil die Menschen heute direkt dabei kommunizieren wollen. Die Kompaktkamera allein verliert an Interesse aber als Teil der neuen visuellen Kommunikation im Smartphone boomt sie um so mehr.

Und so sind wir in der neuen Zeit angekommen.

Der neue Meister heißt Apple und hat viele Schüler, die sich aber alle über das Betriebssystem von google definieren und so keine Appleianer werden können.

Das nennt sich technischer Fortschritt.

Ich empfehle gerne das Fotomuseum in Markkleeberg bei Leipzig. Dort sieht man all die vergessenen feinmechanischen Wunderwerke der Kameraindustrie, die in der Ära der filmbasierten Fotografie auf dem Markt waren.

Das Meiste davon hatte ich so noch nie gesehen.

Heute können wir uns noch einige Jahre an den Digitalkameras von Leica und Lumix erfreuen, die als Höhepunkte der Miniaturisierung gelten und die TZ 202 / C-Lux ist sogar noch erhältlich.

Panasonic ist aktuell sogar seiner Linie treu geblieben und hat es geschafft, die Lumix FZ300 Bridgekamera mit dem großen Sucher der TZ202 als FZ 96 in eine neue Form zu bringen.  Das ist etwas Neues und enthält die bisherigen Möglichkeiten. Diese Kamera ist viel kompakter als die große FZ300, hat dennoch einen in Relation großen Sucher und mehr Brennweite.

Sie ist das neuste Meisterwerk mit kleinem Sensor zum Mitnehmen.

Hinzu kommt die Lumix G100 bzw. G110.

Hier ist ein kleines Wunderwerk für Fotos und mehr erschienen, die neue Mini-Profikamera mit großartigem Sucher und Wechselbajonett für absolute Flexibilität.

Panasonic kann echt Miniaturisierung und Leica mit seinen Linsen auch. Das ist gekonnt und macht Freude.

Jetzt geht es natürlich weiter.

Die Smartphone-Hersteller wollen jetzt das optische Zoom in ihren Kameramodulen umsetzen.

Bisher schafft das keiner wirklich, zumal ja auch die Bildqualität stimmen muß.

Da wo nur Festbrennweiten eingesetzt werden, ist man aber schon ziemlich weit.

Ich bin froh über diese Epoche der mechanischen Miniaturisierung von Digitalkameras mit Sensoren, die mir viel Freude bereitet hat. Aber alles hat seine Zeit und neue Technik ist da und bestimmt nun den weiteren Weg.

Augenscheinlich verändern sich die Märkte der Fotoindustrie durch neue technische Entwicklungen immer mehr.

Symbolisch dafür ist die Singularität der Photokina weg und die Pluralität von Photopia und Co. da.

Der neue Schlüssel für reine Digitalkameras ist nun von Sony gekommen.

Es ist die Sony A7c, die so klein und leicht ist mit einem Vollformatsensor wie keine andere digitale Kleinbildkamera als Sucherkamera in Messsucherbauweise jemals zuvor.

Das Problem ist nur, daß die Objektive dafür viel zu groß und schwer sind.

Und so gibt es nun wieder eine Welt voller Herausforderungen.

Da Panasonic auch im Markt der Vollformatkameras angekommen ist, bin ich sehr gespannt ob sie ihre Erfahrungen mit der Miniaturisierung zusammen mit Leica auch hier einbringen werden mit einer kleinen und leichten Vollformatkamera in Messsucherbauweise und entsprechenden kleinen und leichten Objektiven. Bisher ist es eher umgekehrt, weil ihre Kameragehäuse sich haptisch eher an schwereren Objektiven orientieren.

Aber Leica und Lumix hätten alle Voraussetzungen dafür. Die Frage ist nur, ob der Markt dafür noch da ist oder das Vollformat schon z.B. vom Apple Iphone 13 abgeräumt wird wie vielfach schon in Foren diskutiert wird. Warten wir es ab!

Damit wären wir wieder bei Schopenhauer….

So kommt die Philosophie ins Spiel beim Betrachten der Fotoindustrie.

Der philosophische Blick nach vorn bleibt also interessant.

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