Foto: Michael Mahlke

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Sucher oder Display?

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Das ist hier die Frage. Und wieder einmal beantworte ich sie. Erst gab es nur Kameras mit Sucher. Dann wurde versucht die Sucher komplett durch Displays zu ersetzen. Das ging gründlich schief, weil es viele Situationen gibt in denen das Display die schlechteste Möglichkeit ist.

Und heute?

Heute kommt es darauf an.

Seitdem wir im Zeitalter der Smartphones leben, ist die Aufmerksamkeitsschwelle der Menschen verändert.

Es fällt eher auf, wenn man durch den Sucher blickt als wenn man auf ein kleines Display schaut.

Daher ist nahes unbemerktes Fotografieren manchmal mit einer kleinen Kompaktkamera und Display besser als mit einem Sucher.

Umgekehrt ist das lautlose und unaufdringliche Fotografieren bei Vorträgen und in Veranstaltungen, in denen es ruhig ist, mit einer lautlosen Sucherkamera wesentlich besser.

Heute hat das Display seinen Platz neben dem Sucher aus sozialen Gründen gefunden, weil die Gebrauchsweisen des Fotografierens sich geändert haben.

Das Smartphone hat dem Display den absoluten Vorrang eingeräumt.

Daher hat sich vielfach die Wahrnehmung so verändert, daß bei Displaykameras weniger bis gar nicht bemerkt wird, was da geschieht.

Dennoch bleibt es dabei, daß Sucherfotografie intensiver ist.

Das ist aber eine andere Frage.

Heute würde ich aus den oben genannten Gründen nicht mehr nur mit dem Sucher fotografieren, wenn es darum geht, möglichst wenig Aufmerksamkeit unterwegs (Street etc.) zu erzeugen. Da ist der Sucher manchmal auffälliger.

Umgekehrt gibt es so viele Situationen, in denen die Kamera ablenken könnte und daher auffällig würde, in denen die lautlose Kamera mit Sucher die bessere Wahl ist.

So haben die veränderten fotografischen Gewohnheiten dazu geführt, daß das Display seinen Platz in der fotografischen Praxis erhalten hat.

 

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