Leica zwischen M Monochrom und Smartphones und die monochrome Art in digitalen Zeiten

Leica zwischen M Monochrom und Smartphones und die monochrome Art in digitalen Zeiten

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Es gibt in den letzten Jahren eine sehr interessante Entwicklung bei Fotoapparaten. Die Firma Leica entwickelte eine Digitalkamera im Vollformat mit einem monochromen Sensor, die Leica M Monochrom.

So sind erstmals in meinem Themenfeld rein monochrome Fotos direkt über den Sensor im Vollformat möglich, also pure Aufnahmen mit speziellen Merkmalen, weil Details anders betont werden als bei farbigen Sensoren.

Damit stellte Leica weltweit seine Kompetenz unter Beweis an alte Traditionen in modernen Zeiten anzuknüpfen. Das wurde breit und kontrovers diskutiert, einen Einstieg gibt es hier verlinkt.

Dies wurde dann auf einzigartige Weise mit dem Siegeszug des Smartphones neu manifestiert als Leica zusammen mit dem chinesischen Unternehmen Huawei monochrome Sensoren  in Smartphonekameras zum Fotografieren brachte.

So kam die Kompetenz von Leica in das Smartphone und die monochrome Art der Fotografie entstand auf neue Art mit neuen Geräten.

Das erste Smartphone war das Huawei P9.

Die Qualität der monochromen Fotos fiel damals schon den Handytestern und den Kameratestern auf: „Und tatsächlich, wie auf nahezu allen Bildern zu erkennen ist, bringt der Monochrom-Sensor streckenweise deutlich mehr Details ans Licht als ein herkömmlicher SW-Filter. Oftmals wirken die Bilder durch den herkömmlichen Filter stumpf oder als ob eine Art leichter Schleier über das Foto gelegt wurde. Der Monochrom-Sensor hingegen bringt die Farbnuancen in den Graustufen kräftiger zur Geltung und die Bilder wirken oftmals lebendiger.“

Und beim Testen auf digitaleyes von digitalkamera.de wird sogar gezeigt, dass nur ein 1 Zoll Sensor in einer Solokamera noch mithalten kann.

Wenn man sich überlegt was in der neuen digitalen Welt auch fotografisch alles möglich ist, dann komme ich aus dem erfreuten Staunen nicht heraus.

Plötzlich hat die fortgeschrittene Technik in Smartphones auf kleinem Raum fotografische Möglichkeiten hervorgebracht, die analog kaum möglich und digital vorher nur unter ungeheurem finanziellen Aufwand möglich waren. Dafür muß man dieser Kooperation und den beteiligten Personen danken.

So ist monochrome Fotografie auf neue Art und auf hohem Niveau möglich. Sicherlich kann ein monochromer Sensor im Vollformat noch anderes und mehr als ein kleiner monochromer Sensor im Smartphone.

Aber auch dieser Satz stimmt nur begrenzt, weil es eben um unterschiedliche Zugänge zum Fotografieren, Möglichkeiten des Fotografierens in sozialen Situationen und die Motive beim Fotografieren auf monochrome Art geht.

Monochrome Art auf hohem Niveau ist heute mit einem Smartphone möglich.

So ein Satz wäre noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen und entspricht heute ohne Übertreibung den technischen und sozialen Tatsachen.

Auf pocketpc.ch wurde von Marcel Laser schon beim Huawei P9 festgestellt, was die Herzen von Monochrom-Fotografen höherschlagen läßt: „Fazit: Wer Schwarzweissbilder mag wird Monochrom-Sensoren lieben
Wer also mit seinem Smartphone viele Schwarzweissbilder für Blogs, Soziale Medien oder andere Dinge schiesst, wird am Huawei P9 nicht herumkommen. Der spezialisierte Monochrom-Sensor ist einfach einmalig in diesem Markt für Smartphones und sorgt für herausragende Ergebnisse, die mit einem herkömmlichen SW-Filter so nicht erreicht werden können.“

Und Richard Wong diskutiert beim Huawei P10, ob man da nicht von einer Pocket Leica Monochrom sprechen könnte: „Obviously P10’s monochrome camera cannot be compared to the full frame Leica M Monochrom , but can we still call the P10 a pocket Leica Monochrom? After all it’s still got a Leica certified lens and a true monochrome sensor right? Whether you want to call the P10 a pocket Leica Monochrom or not is up to you. To me, the most important thing is that the black and white photos from the P10 is actually very nice. Highlight transition is nice and dynamic range is good for a smartphone camera. The photos are sharp, even when you are shooting at 20MP.“

Ein Mr. Wilson Wong stellt sogar die Frage, ob das Fehlen eines monochromen Sensors aus dem Huawei Mate 20 Pro ein reduziertes Handy macht im Vergleich zum Huawei P20 Pro mit einem eigenen monochromen Sensor?

Herr Wilson Wong kommt zu dem Schluss, daß nur diejenigen es als fotografischen Verlust empfinden, die monochrome Fotos direkt mit einem monochromen Sensor aufnehmen wollen, sonst nicht:“The difference is P20 Pro’s ability to capture black-and-white images natively with the monochrome sensor, whereas the Mate 20 Pro’s images have to be de-saturated on the phone (this is done automatically).“

Allerdings stellt er bei seinen Aufnahmen auch sichtbare Unterschiede fest.

Im neuen Huawei Mate 20 und Pro wurde der monochrome Sensor entfernt und durch einen monochromen Filter ersetzt.

Zur Begründung wurde auf die geringe Nutzung bzw. das geringe Interesse verwiesen: „Huawei told Digital Trends the feature simply wasn’t used much.“

Monochrom heute ist offenbar nur bedingt Marketing für die Masse.

Der Schwerpunkt wurde geändert zu einem größeren Weitwinkel, so daß man jetzt wie mit einer 16mm Vollformatkamera im Weitwinkel fotografieren kann: „By replacing the monochrome sensor with a new ultrawide-angle lens, he argued, the Mate 20 Pro is more versatile in the types of images it can capture. In other words, it can take better pictures in different scenarios. Plus, it promises to work better indoors and with landscapes alike, as the camera covers a much wider angle that is equivalent to a 16mm lens on a DSLR camera with a full-frame sensor. You can also shoot up close, by placing the lens just 2.5cm from a subject.“

Andy Boxall hat dies das Ende einer Ära genannt: „… marking the end of a fantastic era for smartphone photography.“

Monochrom heute ist eben speziell, so daß sich die Anhänger über einige vorhandene Smartphones freuen können, die sicherlich noch einige Jahre fotografisch genutzt werden können.

Denn wenn ich auf die neuen Smartphones ab 2019 blicke, dann sehe ich immer mehr Objektive in Smartphones aber immer weniger mit monochromen Sensoren für eigenständiges monochromes Fotografieren.

Ja, Sie lesen richtig, die Zeit der monochromen Sensoren scheint sich schon wieder dem Ende zuzuneigen.

Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

Da mischen noch mehr mit.

Denn die monochromen Sensoren in den Smartphones sind wohl von Sony, wie Eric Ralph schon beim Huawei P9 feststellte: „Huawei’s P9 featured dual Sony IMX286 12MP sensors, with one sensor lacking a color array filter. This was advertised by Huawei as a method of improving low-light performance, because removing the filter and adding a second lens would allow more light to be received by the monochrome sensor.“

So hat alles seine Zeit.

Es gibt eine Zeit für Smartphones mit monochromen Sensoren und es gibt eine Zeit für Smartphones mit mehr Kameras ohne monochrome Sensoren.

Das nennt man Tendenzen am Markt. Es ist ein Kommen und Gehen.

Aber es kann noch Überraschungen geben.

Bei Panasonic wurden die Digitalkameras erst immer kleiner und jetzt immer größer.

(Panasonic hatte auch als bisher einziges Unternehmen ein Smartphone mit einem 1 Zoll Sensor. Das wurde damals aber nicht weiterverfolgt, obwohl dieses Smartphone eine überragende Bildqualität hat aber auch sehr klobig war.)

Und bei Smartphones werden aktuell oft die Displays immer größer und die Anzahl der eingebauten Kameras immer mehr, was auch nicht schlecht ist, weil ein Smartphone heute oft auch ein PC Ersatz ist für die Tasche statt Tablet oder Notebook. Neue Nutzungen verändern das Design.

Das hält immer  einige Jahre an, dann ändert es sich wieder, sozusagen technische Mode.

Aber wir können aktuell sagen, wir sind dabei, wenn die Smartphones mit monochromen Sensoren uns das Fotografieren auf monochrome Art ermöglichen – zeitlos gut.

Und wer noch mehr will oder braucht sogar im Vollformat.

 

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