Die Entdeckung der Lebenszeit als Voraussetzung echter Portraitfotografie

Die Entdeckung der Lebenszeit als Voraussetzung echter Portraitfotografie

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Henri Cartier-Bresson hat Malerei studiert und die Malereien der alten Meister in Museen studiert. So entstanden dann auch seine Porträts.

Heute will ich darüber schreiben, weil ein Buch auf den Markt gekommen ist, das alles bestätigt, was ich denke und was ich bei Henri Cartier-Bresson schon gesehen habe, weil er mich ja sehr geschult und beeinflußt hat.

Dem Autor Claus Volkenandt gelingt es mit guten Abbildungen und klugen Texten die Entwicklung der Porträtmalerei von Rembrandt zu zeigen. Rembrandt zeichnete und malte gerne sich selbst, aber er lebte von der Auftragsmalerei.

Der Schlüssel für die guten Malereien von Rembrandt war die Entdeckung der Lebenszeit und die Konkretisierung in der jeweiligen Person. Und je älter Rembrandt wurde, desto mehr Charakter erhielten seine Porträts in diesem Sinne.

Ich möchte dies an einem Beispiel verdeutlichen. Sie sehen das Porträt von Jacob Trip, wenn Sie auf den Link klicken.

Und nun sehen wir ein Porträt von Henri Cartier-Bresson von Matisse.

In beiden Fällen sehen wir die Person in ihrer Zeit und in ihrer Lebenszeit.

Cartier-Bresson fotografierte die Menschen immer in ihrem Umfeld oder so wie sie sind.

Rembrandt malte sie in ihrem Umfeld im Sinne der damaligen Zeit so wie sie waren.

Lebenszeit und Authentizität waren die Voraussetzungen für ihre bis heute starken Malereien und Fotografien.

Claus Volkenandt gibt Fotografen mit seinem Buch über die Porträts von Rembrandt in meinen Augen eine einzigartige Möglichkeit, besser sehen zu lernen und einen besseren Blick für authentischere Porträts im Rahmen der jeweiligen Lebenszeit zu entwickeln.

Das ist ein Geschenk für Fotografen, obwohl es ein Buch über Malerei und Kunst und die Porträts von Rembrandt ist.

Wer etwas von Wert für sich selbst erarbeiten möchte, der findet in dem Buch alles das, was für einen besseren Blick bei Portraitfotos nötig ist.

Doch Vorsicht!

Für Auftragsfotografie ist das Buch eher nicht geeignet, weil man heute nicht Authentizität sondern Imagebildung haben will.

Foto: Michael Mahlke – Portraits wie bei Cartier-Bresson

Aber für den eigenen Blick ist es einfach großartig.

Und wer dann noch im Museum alte Meister anschaut, der sieht vielleicht das, was ich sehe oder noch mehr…

 

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