Bokeh gestern und heute – der Smartphone Style

Bokeh gestern und heute – der Smartphone Style

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Bitte wundern Sie sich nicht, wenn ich diesen Text mit Beispielen aus Digitalkameras beginne. Aber so ist der Weg zum richtigen Entdecken einfacher.

Nach Leica Style im Smartphone und Lumix Style und Olympus Art wollte ich dies alles einmal konkret machen, um die Vielfalt der optischen digitalen Fotowelt zu zeigen.

Also fangen wir mal an:

Voigtlaender Nokton F 0.95 MFT 25mm Vergleich der Blenden und des Bokeh

Dieses Foto eines der weltbesten lichtstarken manuellen Objektive für MFT dürften Sie sicher aus meinem Artikel über Leica, Lumix und Olympus Style kennen.

Sie sehen dort die Schärfentiefe, also den wunderbaren cremigen Schärfeverlauf bzw. Unschärfeverlauf, wenn Sie mit diesem Objektiv Lichtmalerei betreiben.

Aber natürlich ist dies auch mit anderen Digitalkameras möglich. Ich habe einfach eine der abgebildeten Kameras genommen und damit ein anderes Foto aufgenommen:

Lumix GX7 mit Panasonic 25mm F1.7

Hier hat die Lumix GX7 eine Original Fuji X100 porträtiert. Und die Fuji X100 ließ sich nicht lumpen und porträtierte sogleich die Lumix GX7:

Fuji X100 F2 Bokeh

Die Anordnung auf dem Foto ist ja nicht so leicht wie im Freien mit einer im Hintergrund verlaufenden Fläche sondern hier ist es extrem.

Es gibt jede Menge Ebenen durch die drei Kameras, die Abtrennung zwischen Rollerwagen und Regal und die Ebenen zwischen Büchern im Vordergrund im Regal, der Yoga-Karte etwas weiter hinten und dahinter noch einmal zurückgesetzt eine ganze Reihe Bücher. Bei dieser Anordnung kann man gut sehen wie ein Bokeh aussieht oder besser, ob es einen samtigen, cremigen Verlauf gibt der eher sanft dies alles für das Auge darstellt. Und es bedarf einer solchen Komplexität, um noch etwas Anderes zu zeigen, wie Sie gleich lesen werden.

Ich finde bisher alle hier gezeigten Kombis auf ihre eigene Art richtig gut, aber das können Sie ja selbst beurteilen.

Und jetzt kommt der Clou:

Bokeh Honor 10 F095

Dieses Foto ist mit einer simulierten Blende F0.95 im Smartphone Honor 10 aufgenommen worden. Das Licht ist dabei nur deshalb nicht so ausgewogen wie vorher, weil ich im Zimmer noch grelleres Licht anhatte. Aber es kommt mir auch hier auf den Verlauf der Unschärfe an. Vergleichen Sie mal mit den Solokameras! Das kann sich sehen lassen. Auf den ersten Blick und online reicht es, beim genauen Blick gibt es Unterschiede zu den ganz guten grossen Kombis.

Aber das ist noch nicht alles. Nun komme ich zur fotografischen Wundertüte im Smartphone.

Das nachfolgende Foto wurde als JPG-Datei ebenfalls mit simulierter großer Blende aufgenommen auf monochrome Art:

Honor 10 monochrom mit Bokeh

Dieses Foto hat etwas, das mir so bisher fotografisch unmöglich war. Es hat im Vordergrund des Fotos einen Unschärfeverlauf, der dann abnimmt und mehr Schärfe ins Foto bringt. Das wäre noch normal.

Es hat aber darüber hinaus dort, wo im Buchregal die Karte zu sehen, dahinter wieder einen kompletten Unschärfeverlauf. Das habe ich so noch nie hinbekommen und ich frage mich, wie das geht. Eine Erklärung habe ich hier gefunden:

„Dank KI werden einzelne Elemente im Bild erkannt: Personen, Objekte im Vordergrund, der Hintergrund. Honor spricht von einer semantische Bildaufteilung. Die einzelne Bereiche werden dann für sich optimiert und nicht das Bild als Ganzes. Laut Honor ist dies bislang einmalig in dieser Form. Wer mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, kann den KI-Effekt auch nachträglich noch entfernen.“

Genau so ist es.

Ich habe mir das Foto dann einfach noch mal auf dem Smartphone angeschaut und nachträglich die Blende von F0.95 auf F16 verändert mit einem Schieberegler.

Das sieht dann so aus:

Honor 10 mit hoher Blendenzahl

Das ist die neue Zeit. Sie tritt als KI oder AI in unser Leben.

Damit ist praktisch jeder, der damit umgehen lernt, im Zeitalter der unendlichen bildlichen Möglichkeiten angekommen. Denn das hier ist ja erst der Anfang.

Fotografieren muß ich und will ich weiter selbst. Die Auswahl des Ausschnitts aus der Wirklichkeit und des Moments ist für mich dabei der Kern der fotografischen persönlichen Entscheidungsfreiheit.

Aber womit ich fotografiere und wie ist nun wesentlich erweitert worden.

Das neue Bokeh ist sogar da möglich, wo es optisch bisher so gar nicht möglich ist. Es gibt auch in Solokameras ähnliche Funktionen aber das hier aus der Hosentasche unterwegs hat es mir angetan.

Dies ist die neue smarte digitale fotografische Welt  und das ist der neue smarte Style in der Fotografie, der Smartphone Style.

 

 

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