Foto: Michael Mahlke

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F2 = F8 – Licht und Schärfentiefe am Beispiel der Fuji X20 und X10

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Wenn ein Objektiv eine Anfangslichtstärke von F2 hat, dann geht man auch davon aus, dass die Lichtstärke so ist. Das ist sie auch. Aber dennoch ist F2 nicht in jeder Hinsicht F2, denn es kommt auch auf den Sensor an.

Als auf digitalkamera.de ein Kurztest der Fuji X20 erschien, schrieb der Autor Benjamin Kirchheim zu der Lichtstärke der Fuji X20, die mit F2.0 bis F2.8 angegeben ist, folgendes: „Bezogen auf Kleinbild entspricht die maximale Blendenöffnung ca. F8 bis F11.“

Wenn man die Blendenöffnung der Fuji X20 also umrechnen würde auf das Kleinbildformat, dann wäre die Anfangsöffnung bezogen auf die Schärfentiefe F8 und nicht F2.

Alles klar?

Wenn nicht, dann möchte ich das Thema hier noch mal aufgreifen.

Wichtig ist, dass die Lichtstärke immer so ist wie angegeben. F2 ist F2 – egal bei welchem Sensor. Aber die Schärfentiefe ist anders, also der Bereich, der scharf ist.

Dazu findet sich bei den Kommentaren unter dem Bericht eine Erläuterung des Benutzers Touri, die ich mit meinen Worten noch einmal anfänglich darstellen will.

Der Cropfaktor sagt aus, um wie viel ein Sensor größer oder kleiner ist als ein 24×36 Kleinbildsensor. Für die Fuji X20 mit 2/3 Sensor (nicht zu verwechseln mit 1/ 2/3 Sensor)  sind folgende Werte für das Objektiv angegeben: Zoomobjektiv 7,1-28,4mm f/2,0-2,8.

Wenn man nun über den Daumen rechnet und die 28mm durch die 7mm teilt, kommt als Faktor 4 heraus. Das ist der Cropfaktor. Dies bedeutet, der Sensor ist 4 man kleiner als der einer Kleinbildkamera. Das kommt auch ca. hin wie man hier sehen kann.

Man multipliziert jetzt die Blende mit dem Cropfaktor, um die Blende zu erhalten, die dem am Kleinbild entsprechen würde. Das wäre F2 x 4 = 8 als Blende.

Das Ganze ist auch noch einmal wunderbar erklärt auf der Seite digitalkamera1x1 mit vielen Beispielen.

Das alles bedeutet nicht, daß die Optik der Fuji schlechter ist als die Optik an einem Sensor im Kleinbildformat. Man muß eben nur die Schärfentiefe dabei berücksichtigen.

Wie sich das auswirkt, kann man am besten beim dofmaster sehen. Das hat nichts mit doof zu tun sondern mit Depth of Field = Schärfentiefe.

F2 ist also nicht F2 in bezug auf die Schärfentiefe, weil hier die Sensorgröße ebenso berücksichtigt werden muß.

Wenn man das im Hinterkopf hat und ausprobiert, dann versteht man, warum die gleiche Lichtstärke bei verschiedenen Kameras mit unterschiedlich großen Sensoren auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führt und man jedes Mal mit jeder Kamera neu anfängt – wenn man gestaltend arbeiten will.

Das ist übrigens für mich auch ein Grund, warum mir eine funktionierende ältere Kamera, mit der ich zurechtkomme, oft besser gefällt als eine neue Kamera.

Denn auch bei einem alten Objektiv ist die Lichtstärke F2 identisch mit der Lichtstärke F2 bei einem neuen Objektiv.

In diesem Sinne

 

 

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