Foto: Michael Mahlke

Foto: Michael Mahlke

Warum ich doch ein Fotoreporter gewesen wäre …

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Es ist noch nicht lange her, da schrieb ich, warum ich kein Fotoreporter bin.

Das war ein Irrtum.

Nachdem ich mich noch einmal mit dem neuen Fotojournalismus auseinandergesetzt hatte wie ihn Julian Röder von Ostkreuz vertritt, wurde mir klar, daß ich genau dort angekommen bin, nur in der Diaspora lebe.

Julian Röder hat mit seinen Serien im Großen das getan, was ich mit meinen Serien im Kleinen gemacht habe.

Art bezieht sich dabei übrigens nicht nur auf Kunst sondern auf die Art und Weise, die Herangehensweise und Ausdrucksweise, die sich abgrenzt durch die Angemessenheit dem fotografischen Gegenstand gegenüber und der Aussage, die aus dem jeweiligen Foto ersichtlich sein soll.

So muß ich mich überraschenderweise revidieren.

Das ist eine Folge wachsender Erkenntnis.

Alles fließt – auch dies.

Ich wäre also ein Fotojournalist 2.0, wenn ich dafür bezahlt würde.

Einen Teil meiner Themen habe ich schon gefunden.

Daneben mag ich immer noch die Reisefotografie in der Hotellandschaft und die Kulturfotografie mit Porträt und Kreativität, die ungestellt zum Ausdruck kommt.

Aber eigentlich war ich immer Publizist, erst mit Texten und später auch mit Fotos, um Berichtenswertes festzuhalten und darzustellen.

Historiker (Geschichte) und Sozialwissenschaftler (Gegenwart) und Pädagoge (Erwachsenenbildung) mit Zusatzqualifikationen im Bereich Fotografie und neue Medien (Akademie für musische Bildung und Erziehung, Freelens etc.) und viel Erfahrung in der Industrie im Krisenmanagement – immer geschrieben und später immer fotografiert und darüber geschrieben.

Übrigens kriegt man mit solchen Kompetenzen heute keine bezahlte Arbeit mehr, wenn man über 50 ist. Das ist Deutschland today. Es ist die Folge einer asozialen Politik, die nicht mehr nach Ausbildung, Qualifikation und eingebrachter Sozialleistung differenziert sondern aus vielen Bürgern  Zombies ohne Willen und ohne Meinung machen will.

Immer mehr spüren aber den kafkaesken Zeitgeist.

Es sind aber zu viele, die so asozial behandelt werden und es werden immer mehr, die die „Leistungsprinzipien“ und die Verarmungsregel von Hartz4 erleben.

Mein Thema waren Menschen in Geschichte und Gegenwart, mehr im Schatten als im Licht und die Frage wie man leben kann unter harten Bedingungen.

Immer lautete meine Frage: wie sind unsere Lebensversuche?

Das potenziert sich gerade im deutschen Raum.

Insofern wäre Journalist viel zu eng und begrenzt.

Das habe ich echt hinter mir gelassen.

So freue ich mich an der Erkenntnis und dem Können.

Das kann auch nicht jeder.

Und würde mich eher Publizist 2.0 nennen.

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