Social media Fotografie am Beispiel von Mercedes Benz – ein Abschied

Social media Fotografie am Beispiel von Mercedes Benz – ein Abschied

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„Die Teilnahme am Fotowettbewerb ist unkompliziert. Besitzer und Liebhaber klassischer Automobile von Mercedes-Benz benötigen lediglich eine Kamera, ein geeignetes Motiv und einen Facebook-Zugang… In einer ersten Qualifikationsrunde bewertet zunächst die Facebook-Community die eingereichten Werke. Ende Juli 2013 folgt die finale Auswahl: Eine Jury wählt aus den einhundert beliebtesten Einsendungen die zwölf ausdrucksstärksten Motive für den Mercedes-Benz Classic Kalender 2014 aus. Unter den Jury-Mitgliedern ist auch der US-Fotograf Royce Rumsey, der als eine der großen Ikonen des Genres Classic Car Fotografie gilt. Jurymitglied Teymur Madjderey, Fotograf und Blogger aus Köln, inszeniert mit Vorliebe und leidenschaftlich Momentaufnahmen bei Klassik-Veranstaltungen wie der Mille Miglia. Auf die zwölf Gewinner wartet neben der Aufnahme in den Mercedes-Benz Classic Kalender 2014 ein Preisgeld von je 1000 Euro.“

Dieser Text führt uns ein in die neue fotografische Welt und die neuen Auswahlmechanismen für das Produzieren und Vermarkten von Fotografie.

Jeder ist heute Fotograf. Warum also nicht die Liebhaber von Autos auch als Fotografen für Autos nutzen? Und die Community auf Facebook ist der Filter. Zum Schluß werden PR-Profis als Jury eingeschaltet und schon ist der Kalender fertig.

Es ist ein schönes Beispiel für neue Formen von Vermarktungsstrategien. Die PR-Kampagne kostet fast nichts, weil facebook ja kostenlos ist. Aber hier werden die erreicht, die als Zielgruppe dienen und diese liefern aus Liebhaberei das, was gewünscht wird.

Damit ist der Kreislauf perfekt. Alle alten Formen des Denkens sind durch neue Formen des Denkens abgelöst und der neue Weg der Vermarktung von Fotos und des Erreichens von Aufmerksamkeit ist durchgängig aufgezeigt.

Wenn man es kritisch sieht, dann kann man nur mitmachen, wenn man sich

  • von facebook durch einen Zugang ausleuchten und kontrollieren läßt,
  • wenn man seine Bildrechte abgibt und
  • wenn man steuerbare und undurchschaubare Steuermechanismen und Kriterien anerkennt

Aber genau dies ist ja altes Denken. Und das wurde ja gerade abgelöst.

Doch man kann dies alles noch erweitern. Dabei fallen mir folgende Fragen ein:

  • Wer von denen, die ein solches Auto haben, ist eigentlich bei Facebook?
  • Wie viele Kunden und Fans dieser Materie werden über Facebook erreicht?
  • Ist die Kampagne bei Facebook richtig platziert, wenn man Oldtimer-Fans erreichen will?
  • Ist der Vorteil von Facebook nicht allein die kostenlose Erreichbarkeit von Zufallsmitgliedern?
  • Gibt es ausserhalb von Facebook nicht gezieltere Ansprechmöglichkeiten?

So ist dieser Artikel auch ein Abschied von der alten Zeit, die nicht immer gut war – aber anders.

 

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