Ich darf – auch wenn du nicht willst? Persönlichkeitsrechte bei Film und Foto

Ich darf – auch wenn du nicht willst? Persönlichkeitsrechte bei Film und Foto

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Und täglich grüßt das Murmeltier in Form eines Fotografen oder Videofilmers und beklagt sich darüber, dass die Menschen nicht einfach gefilmt und fotografiert werden wollen.

Einige aktuelle Beispiele möchte ich hier verlinken, damit man wieder mal was zum Lernen und Lachen hat.

  • Bei Petapixel.com, einer englischen Werbeseite, beklagt man sich darüber, dass im Staat Vermont ein Gesetz auf den Weg gebracht wurde, welches konsequent verbietet, Personen ohne ihr Einverständnis aufzunehmen. Da kommen dann Argumente, dass dann keine Touristen mehr kommen würden etc. Mittlerweile hat ein Mitglied der zuständigen Kommission geschrieben, das Gesetz würde nicht kommen. Aber die Debatte zeigt, dass auch in den USA viele Menschen sensibler werden.
  • Bei netzpolitik.org wird die Klage des Technoviking diskutiert, der ohne sein Einverständnis auf einer Demo gefilmt wurde und online gesetzt wurde. Nun scheint der Videofilmer mit einer Verurteilung rechnen zu müssen, weil die Person auf der Demo im Mittelpunkt steht und nicht die Demo.
  • Bei Dpreview.com wird über einen Fotografen berichtet, der mit einem Pickup durch die Gegend fährt, Studiolampen aus dem rechten Fenster auf Leute richtet und diese fotografiert und dies alles als eine neue Form der Straßenfotografie bezeichnet.

Und die Debatte wird noch an Schärfe zunehmen, wenn Google Glass auf den Markt kommt. Wer sie hat, wird sicherlich alles aufnehmen wollen. So wird der Gesetzgeber durch die neuen Techniken bald gefordert sein.

Wird das Persönlichkeitsrecht dem technisch Möglichen weichen müssen oder wird die Anwendung der Technik klare Grenzen bekommen?

Drei mögliche Argumentationslinien sind:

  1. Es ist alles schon geregelt. Die Wohnung ist unverletztlich, die Persönlichkeitsrechte existieren. Wer Google Glass benutzt ohne Einverständnis kann verklagt werden
  2. Es muss neu geregelt werden mit klaren Verboten, weil durch das Filmen zugleich das Mitschneiden, Abhören und Überwachen von Menschen im Umfeld ermöglicht wird
  3. Die Gesetze müssen den neuen Regeln angepasst werden, so dass jeder Filmen und Fotografieren kann wie er/sie will. Die Persönlichkeitsrechte sind überholt

Ich bin gespannt welche Debatte hier dominieren wird.

 

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