Foto: Michael Mahlke

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An der Kasse bezahlt und schon alt?

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Es gibt den Satz, du fährst mit deinem neuen Auto vom Hof des Autohauses und hast schon 20 Prozent Wertverlust. So ähnlich ist es auch mit Digitalkameras. Aber hier kommt noch etwas hinzu. Du hast nicht nur den direkten Wertverlust sondern auch den kurz darauf eintretenden Modellverlust.

„Elektronik ist eine Eintagsfliege geworden“ schrieb ein Mitglied des DSLR-Forums. So ist es. Es lohnt sich absolut nicht mehr, heute eine neue Kamera zu kaufen, weil sie angeblich völlig neue fotografische Möglichkeiten hätte. Es gibt genug fotografische Möglichkeiten mit den bisherigen Kameras.

Schauen wir uns das an ein paar digitalen Kernthemen an:

  • Weich gegen Scharf – früher waren die Objektive für das Auge gefälliger. Und wenn man es schärfer haben wollte, schärfte man nach. Heute sind die Sensoren schärfer als früher, z.T. weil man einen Filter vor dem Sensor weggelassen hat. Im Ergebnis muß man nun manche Fotos wieder weicher zeichnen, damit sie für das Auge angenehm sind.
  • Langsam gegen Schnell – Henri Cartier-Bresson hatte nur eine manuelle Kamera, so dass er für das Scharfstellen und Abdrücken verantwortlich war. Er mußte fokussieren. Heute gibt es alles in einem Paket. Die Kamera erkennt und fokussiert und fotografiert. Und die Hersteller werben damit, dass ihre neuste Kamera die schnellste Kamera der Welt sei. Ja und? Erst einmal muß der Mensch hinter der Kamera noch schneller sein im Handling und dann, wofür ist das eigentlich sinnvoll?
  •  Sucher gegen Monitor – Der Monitor löste den Sucher ab und es gab viele Probleme, vor allem beim Licht und noch viel mehr Probleme für Brillenträger. Dann kehrte der Sucher als Zubehörteil zurück und mit der Fuji X100 wurde aus dem Sucher endlich wieder ein Instrument für eine neue Zeit.

Was lernen wir daraus?

Man muß sich einfach befreien von der Sucht nach Neuheit, dann kann man viel besser fotografieren und viel Geld sparen – und manches digitale Schnäppchen kaufen, weil es nach ein bis zwei Jahren als hoffnungslos „veraltet“ gilt.

Wer an das „veraltet“ glaubt, ist selber schuld.

Der einzige Punkt, der noch genauer geklärt werden muß, ist die Frage nach der Obsoleszenz, also dem eingebauten Kaputtgehen der Teile. Sollte dies wirklich der Fall sein, dann lohnt es sich doppelt zu warten, weil man sich dann nicht noch ärgern muß.

Abwarten lohnt sich also doppelt.

 

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